Edition Bauwirtschaft

von Prof. Dr. Bernd Witthaus

Nachunternehmer

Fortsetzung

Nachunternehmer sind vorwiegend im Bereich des Schlüsselfertigen Bauens (z.B. Dachdecker) anzutreffen, zu Beginn des neuen Jahrtausends aber auch im Bereich infrastruktureller Baumaßnahmen im Verkehrswegebau (z.B. Gleisbau, Kanalbau etc.).
Die Position des Nachunternehmers (NU) bildet oft das schwächste Glied in der Kette der am Bauprojekt beteiligten Unternehmen. Zunächst unterliegt er in Zeiten eines schlechten Baupreisniveaus dem Preisruck seines Auftraggebers (GU oder GÜ) bei der Auftragsvergabe, sodann wartet er als letztes Glied in der Zahlungskette eines Auftrages am längsten auf sein Geld. Dabei konnte man in den letzten dreißig Jahren zwei Arten von Auftraggebern mit unterschiedlicher Einstellung zu den Nachunternehmern beobachten: "nur ein kaputter Nachunternehmer ist ein guter Nachunternehmer" oder "nur ein langfristig partnerschaftlich eingebundener Nachunternehmer, der gute Bauqualität abliefert und stets terminliche Zuverlässigkeit neben einem scharf kalkulierten NU-Angebot garantiert, ist ein guter Nachunternehmer."