Edition Bauwirtschaft

von Prof. Dr. Bernd Witthaus

Fertigteilsysteme

Die Anforderungen an die Bauindustrie haben sich in den letzten Jahren wesentlich verändert. Vom reinen Handwerk zur fortschreitenden Industrialisierung. Vom Nebeneinander der Gewerke zum Systemdenken. Von rein konventioneller Baustellenfertigung zur rationellen, industriellen Baufertigung. "Preiswertes ökologisches, schnelles und zugleich qualitativ hochwertiges Bauen ist auf dem Vormarsch." Dies haben auch immer mehr Hersteller traditioneller Baustoffe erkannt und ihr Programm mit System - Bauteilen ergänzt. Allerdings kann kein Baustoff alleine eine kostenbewusste System - Bauweise garantieren. Dazu gehört das vernetzte Denken und Arbeiten aller am jeweiligen Bauvorhaben Beteiligten. Kostensenkung und Qualitätserhöhung auf den Baustellen sind durch eine Optimierung der Arbeitsabläufe und den Einsatz kostensparender und rationeller Arbeitstechniken und -systeme möglich. Ein gutes Fertigbausystem muss so konzipiert sein, dass grundsätzlich alle Beteiligten vom Einsatz dieses Massivsystems profitieren: Bauherren, Investoren, Betreiber Architekten und Ingenieure Bauausführende Unternehmen (Rohbau und Ausbau) Nutzer der Immobilien (Käufer, Mieter) Die Interessenslagen der einzelnen Zielgruppen sind unterschiedlich und bekommen oft auch von Bauwerk zu Bauwerk eine andere Bedeutung. Die Vorteile für alle Fachgruppen liegen besonders in den Bereichen: freie Planung kurze Bauzeit hohe Wirtschaftlichkeit hervorragende bauphysikalische Parameter Ein solches Fertigbausystem stellt das KFS-Massivbau-System dar; es schließt die Lücke zwischen konventioneller Bauweise und dem Fertigteilbau. Das Konstruktionsprinzip des KFS-Massivbau-Systems ist einfach: Im Werk wird die formgebende Schalung aus Werkstoffplatten und Abstandhaltern als Systemelement vorgefertigt - als Wände mit und ohne Bewehrung. Die Elemente werden auf der Baustelle maßgenau montiert und mit Beton ausgegossen. Die Holzwerkstoffplatte, sowohl formaldehydfrei als auch eine mineralisch gebundene Platte, biologisch einwandfrei bewertet und güteüberwacht, verbleibt im Bauwerk und bildet die fertige Oberfläche für den folgenden Innenausbau. Im Vergleich zur konventionellen Bauweise, bei der kostenverursachene Maßabweichungen kaum zu vermeiden sind, entsteht durch die qualitätsüberwachte Vorfertigung im Werk in kurzer Bauzeit ein maßgenaues Gebäude: Eine optimale Voraussetzung für den folgenden Innenausbau. Gegenüber dem Fertigteilbau üblicher Art sind die Gewichte der zu transportierenden Elemente gering und die Flexibilität der Gestaltung ist bedeutend höher. Aus wirtschaftlicher Sicht bietet das KFS - Massivbausystem weitere entscheidende Vorteile: Die Vorfertigung im Werk ist rationell, bei Transport und Montage sowie bei Rohbau und Innenausbau wird Zeit und damit Geld gespart. So werden Kosten für die übliche Zwischenfinanzierung reduziert und das eingesetzte Kapital fließt früher zurück. Je nach Objekt bis zu 30 % schneller und somit kostengünstiger gebaut! Fasst man die Bauparameter von Planung, Konstruktion und Montage kurz zusammen, so lässt sich folgender Einblick vermitteln: Planung: zunächst wird die Planung des Bauwerkes mit den statischen Berechnungen wie Bewehrung wie üblich durchgeführt. Dabei werden auch die Maße wie Tür- und Fensteröffnungen, Aussparungen, Einbauten und Leitungsführungen der haustechnischen Installationen, Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro genauestens eingeplant. Im nächsten Schritt werden die Daten in Verbindung mit einem CAD/CAM -System zur Herstellung der Wand verarbeitet. Mit den vom Computer erfassten Planwerten für die gesamte Geometrie der Wandelemente werden die Säge- Fräs- und Schraubautomaten der Fertigungsanlage gesteuert. Konstruktion: Die Massivbauwand besteht aus zwei durch Abstandhalter miteinander verbundenen Holzwerkstoffplatten. Nach der Montage werden die Wandelemente mit Füllbeton ausgegossen. Ist der Füllbeton erhärtet, wirkt der Gesamtquerschnitt wie eine monolythisch hergestellte Wand, die allen gültigen Normen entspricht. Montage: Die vorgefertigten Wandelemente werden auf der Baustelle angeliefert und durch einen Kran an die entsprechende Stelle gehievt. Spezialisten messen die Wände ein und fixieren sie. An Eck- und Kreuzungspunkten von Wänden werden die Elemente über Winkel oder Wandschlösser gesichert. Deckenplatten werden auf die Wandelemente aufgelegt und sind sofort begehbar. Im nächsten Arbeitsschritt werden die Installationsleitungen soweit sie nicht werkseitig eingebaut worden sind, verlegt.

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